Polizei macht Tag der offenen Tür für selbsternannte Dorfsherrifs

Tweet about this on TwitterShare on Google+Share on FacebookEmail this to someone

Berlin. Die Gewerkschaft der Polizei „GdP“ hat beschlossen, künftig für besonders eifrige Dorfsherrifs einen Tag der offenen Tür einzurichten. Kommen darf jeder, der unter Zeugen schon einmal wegen eines gestohlenen Parkplatzes mit einer Anzeige gedroht hat oder nachweislich drei mal eine Standpauke in einer 30er-Zone gehalten hat, weil jemand es gewagt hat, durch sie zu fahren. Es genügen drei unabhängige Zeugen aus der eigenen Familie oder der Nachbarschaft, um zum „Tollen Tag“ zugelassen zu werden.

Streifenwagen NRW Foto

Freuen sich schon, ihre cholerischen Pendants aus der Bevölkerung kennen zu lernen: echte Polizisten im Einsatz.

„Es ist uns ein Vergnügen, unsere Unterstützer aus der Bevölkerung einmal selbst kennen zu lernen und sie für ihre wichtige Arbeit zu belohnen“ erklärt der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Heinz Landwehr. Er findet es wichtig, dass Kleingartenkrieger sich auch um den Verkehr oder Parkplätze kümmern und ihre Mitmenschen denunzieren. „Wir sind begeistert von der Schreibarbeit, die uns diese selbsternannten Dorfsherrifs ermöglichen“, erklärt Landwehr. Oft käme zwar nichts dabei heraus aber immerhin habe man erste Anhaltspunkte sammeln können, wer zum Beispiel eine Zigarette an einer fremden Grundstücksgrenze ausgetreten hat oder gar auf einem Parkplatz entgegen der empfohlenen Richtung unterwegs war. Diese Daten würden genauestens notiert und anschließend an Ort und Stelle vernichtet, um den Datenschutz zu gewährleisten.

Empfohlen wird den Dorfsherrifs, sich durch Polizeimarken aus Online-Auktionen oder Sammelbörsen vorübergehend auszuweisen oder den Täter mit einem überall erhältlichen Aufkleber der Polizeigewerkschaft in der Windschutzscheibe zu konfrontieren. Besonders wichtig sei es auch, möglichst oberlehrerhaft aufzutreten. Dadurch sei die Sachlage für die meisten Parkplatzdiebe, Laut-Fahrer und Falschparker leichter einzuschätzen. Oft werde das Gespräch dadurch entscheidend verkürzt, hieß es aus Kreisen der kriminalpsychologischen Abteilung der Berliner Polizei. Die Marken und Aufkleber würden für die selbsternannten Ordnungshüter zwar keine Sonderrechte bedeuten, boten aber die Möglichkeit, sich bei dem eigenmächtigen Einsatz noch stärker und mehr im Recht zu fühlen.

Der Tag der offenen Tür, der in jeder örtlichen Polizeiwache für qualifizierte Dorfsherrifs und Teilzeit-Denunzianten eingerichtet wird, umfasst ein kaltes klares Begrüßungsgetränk, einen Laib Brot, sowie die Besichtigung einer echten Gefängniszelle. Wer besonderes Interesse am Polizeidienst habe, dürfe auch einmal im Streifenwagen einem echten Transport zu einem Hochsicherheitsgefängnis beiwohnen. Besonders eifrige Mitbürger dürfen hier mehrere Nächte verbringen. Die Polizei empfiehlt den Teilnehmern deshalb, Wertgegenstände zu Hause zu lassen und vor dem Tag der offenen Tür reichlich Nahrung zu sich zu nehmen. Ein Telefongespräch über eine der modernen und exklusiven Telefonleitungen der Polizei sei ebenfalls Teil des Programms für diejenigen, die ihrer Familie von ihren Erlebnissen in ihrem Traumberuf berichten möchten. (ampnet/ftd)







Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Investigative Partner
Apfelfront | aXXarc | Berliner Herold | Beste Zeitung | Der Enthueller | Der Postillon | Die Tagespresse | Die Weltpresse | Dummerang | Eine Zeitung | Elbpresse |
Exot Magazin | Grillratte | Kontrageil | Kojote Magazin | Swiss Lupe | Mutti der Libero | Neue Rheinpresse | Paramantus | Schnatterente | Schöneres Leben | XNews |

| Kontakt | | Impressum |

Auto-Skandal - Skandalöse Automobilnews brandheiß recherchiert und aufgetischt © 2015